ORF Ö1: Beethovens Kollegen (I): Franz Clement

When:
19. März 2020 @ 10:05
2020-03-19T10:05:00+01:00
2020-03-19T10:20:00+01:00
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Beethovens Kollegen (I): Franz Clement

mit Mirjam Jessa.
Weltersteinspielung! Die beiden vergessenen Violinkonzerte des Franz Clement

Der einzige Grund, warum der eine oder die andere den Namen Franz Clement vielleicht doch schon einmal gehört hat, war bis jetzt der, dass Beethoven sein einziges Violinkonzert „aus Barmherzigkeit“ für den Konzertmeister des Theater an der Wien, Franz Clement, komponierte und es ihm widmete. Doch der Wiener Violinvirtuose, Pianist und Dirigent Clement war auch selbst Komponist und hat zwei Violinkonzerte geschrieben, die kaum bekannt sind.

Da der Dirigent, Ex-Geiger und Experte für historische Aufführungspraxis Reinhard Goebel davon überzeugt ist, dass Beethoven nur aus dem Kontext seiner komponierenden Zeitgenossen zu verstehen und interpretieren ist, wird er heuer Komponisten wie Clement, Eberl, von Eybler, Vorisek, Dussek, Reicha und Romberg dirigieren und widmet ihnen sein fünfteiliges CD-Projekt: „Beethovens Welt“.

Zu Beginn des Jahres eröffnete er diese Reihe mit der Einspielung beider Clement-Violinkonzerte zusammen mit der Geigerin Mirijam Contzen und dem WDR Sinfonieorchester, Ende März erscheint ein Album, das wieder Weltersteinspielungen enthält, eine konzertante Sinfonie von Antonin Reicha und ein Divertissement von Josef von Eybler. Wir unterhalten uns mit Reinhard Goebel über die Parallelen zwischen dem Beethoven-Violinkonzert und den Violinkonzerten von Franz Clement, über ihre Interpretation und den Komponisten selbst und seine Zeit, in der Virtuosen auch Artisten waren, die Kunststücke aufführen sollten.

Als Clement 1806 das Beethoven-Violinkonzert uraufführte, kündigte er an, auf seinem Instrument auch zu phantasieren, also zu improvisieren, und eine Sonate auf einer einzigen Saite mit umgekehrter Violine zu spielen.