(K)ein Wiener wie wir

Wien gehört zu Beethoven und vice versa: Von 1792 bis 1827, ab seinem 22. Lebensjahr, lebte und arbeitete der Komponist als Wahlwiener in der Musikmetropole.

Ob in der Ballgasse, im Tiefen Graben oder in der Laimgrubengasse: Beethoven lebte in Wien, zog mehrere Male um und kannte die österreichische Hauptstadt wie seine Notentasche. Es ist der Ort, an dem er zur musikalischen Legende wurde. Viele Plätze, Straßen und Wanderwege gedenken dem Wahlwiener noch heute. 2020 soll der Komponist daher nicht nur medial und auf großen Bühnen, sondern auch in kleineren Grätzeln und Kreisen Wiens anwesend sein.

Ein (vielseitiger) Revolutionär

Er war nicht nur musikalisch ein wahrer Revolutionär – auch gesellschaftspolitisch zählte Beethoven zu den Vordenkern seiner Zeit.

Geboren und aufgewachsen in der Bildungsgesellschaft des liberalen Bonn in Kurkölln, wurde er später Verfechter der französischen Ideale von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Adel und Autorität waren dem Komponisten leere Ideale – für ihn stand die Kunst über allem. Die Korrelation zwischen Beethovens Geisteshaltung und seinem musikalischen Schaffen wird eines der zentralen Themen des Beethovenjahres Wien 2020 sein.

Ein Europäer im Geiste

Sei es in seiner Musik oder seiner Geisteshaltung: Kein anderer Künstler seiner Epoche verkörpert die Aufbruchsstimmung Europas so sehr wie Beethoven.

Das zukunftsgerichtete Streben nach Gleichheit und Freiheit zeichnete den Komponisten lebenslang aus. Diese Gesinnung klingt auch in seiner gefeierten Neunten Sinfonie mit: Die berühmte Melodie im letzten Satz der Sinfonie wurde als „Ode an die Freude“, unter Bearbeitung des Dirigenten Herbert von Karjan in drei Versionen, 1985 zur offiziellen Hymne der  Europäischen Gemeinschaft gewählt. Damit lebt Beethovens Streben nach Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit bis heute in der Geisteshaltung Europas weiter.